Dienstag, 14. Oktober 2008

Erika & Friends Teil 2

...

-Wedda neiiii. Was ist denn das für ein Dreck hier? Gelumb, blöds. Was isn überhaupt passiert? Ich kann mich fei nimmer erinnern.
-Jetz geh ich erscht amal nei mei Zimmer und koch mir aweng an Tee. Pföffer minz vielleicht.
-Wo isn jetz die alde Hüttn hin ? Seh ich nix mehr...bloß noch an Haufn Dreck. Wedda nei, des muss a Unwetterla gewesen sein.

Erika, die wohl einen heftigen Schlag abbekommen haben musste, oder einfach an einem ihrer spontanen Gedächtnisverluste litt, durchsuchte den Trümmerhaufen nach dem Altersheim, ohne zu bemerken, dass es sich dabei bereits um das Gesuchte handelte.
Polizei und Krankenwagen trafen ein. Erika wurde ins Krankenhaus verfrachtet, noch bevor sie vernommen werden konnte. Die Durchsuchung ergab, dass Erika die einzige Überlebende des "Unglücks", wie man es vorerst nannte, war. Nein, selbst das stimmte nicht ganz. Stunden nach dem Unglück fand man Gisela, Olga, Marta und Jutha im angrenzenden Wald. Was sie da machten? Die Polizei vermutet, dass sie einen Einkaufsbummel unternehmen wollten, sich aber verirrt hatten. Das bemerkten sie übrigens, als sie keine Geschäfte vorfanden. Wie dem auch sei, die vier Schachteln wurden kurzerhand in einem anderen Altersheim einquatiert.
Aber zurück zu Erika:
Die gute schlief erst mal einen ganzen Tag durch, denn sie hatte wirklich etwas an den Kopf bekommen. Kurz nach dem Aufwachen ging es auch schon los!

Schwester, kommens amal her. Da her! Aber schnell!

Nichts. Erika betätigte den Notfallknopf. Kurz darauf kam auch schon die Schwester. Als die keinen Notfall, sondern nur die grinsende Seniorin vorfand, wollte sie schon zu einer Belehrung über den eigentlichen Nutzens dieser Einrichtung ansetzen, aber Erika kam ihr zuvor:

Sie können doch nicht...
-Siehst doch, dass ich konn. Und was ich konn, des wirst Du ned bestimmen. Ich hab jetz an Hunger und sie bringen mir jetz was zän Essn.
Das gemeinschaftliche Abendessen findet in einer Stunde statt. Bis dahin müssen sie sich noch gedulden.

Darauf hin verließ die Schwester das Zimmer. Erika fackelte nicht lange und betätigte den Notfalknopf aufs Neue.
Diesmal kam nicht dieselbe Schwester. Sie schickte ihren Kollegen ins Zimmer; Vorher, allerdings, berichtete sie ihm von Erika.

Guten Tag die Dame. Kann ich ihnen helfen. Müssen sie auf die Toilette oder soll ich ihnen ihr Bett verstellen?
-Ich geb dir gleich an gudn Tag! Und beim Scheißn lass ich mir von Dir scho gleich gar ned zuschaua, dassd es weißt. Ich hob an Hunger und will jetz was essen.
Das gemeinschaftl...
-Hältst die Klappen? Des hat mir die Schwester vorhin ah scho gsacht.
Dann wissen sie ja Bescheid. Im Moment kann ich nichts für sie tun.


Auch der nette Krankenpfleger verließ das Zimmer und nahm die Notfallbedienung mit. Draußen angekommen verständigte er einen Psychiater, der sich um Erika kümmern sollte.

Nach kurzer Überlegung kramte Erika ihren Revolver aus der Jacke, die neben ihrem Bett lag. Ihre Idee war sich selbst ins Bein zu schießen, um einen richtigen Notfall zu erzwingen. Gedacht getan...doch leider hatte die Oma was vergessen: Die Notfallfernbedienung war weg.

FORTSETZUNG FOLGT